Ziel-, und Problemstellung: Das Ziel dieser Anlage war kein maximaler Ertrag und kein Vorzeige-PV-Projekt, sondern eine realistische, experimentelle Lösung für den Garten meiner Mutter. Der Fokus lag auf Eigenverbrauch, Lastanpassung und dem Zusammenspiel mit bestehenden Akku-Konzepten – nicht auf Einspeiseoptimierung um jeden Preis.
Ergebnis: Ein flexibles System, dass sich ohne großen Verlust umbauen oder versetzen lässt, wurde aufgebaut. Kein ideales PV-Setup, sondern eines, das unter realen Bedingungen funktionieren muss.
Einordnung zum Akkusystem in meinem Smart Home: Es ergibt sich ein klarer Bezug zu einem anderen Projekt - dem Akkusystem aus meinem Smart-Home-Setup. Durch den relativ hohen Stromtarif ist es im Sommer deutlich sinnvoller, einen Akku verbrauchsorientiert zu entladen, statt rein auf direkte PV-Nutzung zu setzen. Die Solaranlage wird damit eher Zulieferer als alleinige Lösung. Cooler Beweis ist dabei, dass ich mit dem gleichen Wechselrichter zwei Szenarien abdecken kann.
Technische Komponenten
- Wechselrichter: Fulgutonit 1000 W netzgekoppelter Solar-Wechselrichter
- integrierte Lastanpassung
- Ringmessgerät zur Erfassung direkt am Einspeisepunkt
- Fokus auf Eigenverbrauch statt Netzrückspeisung
- Solarmodul: 400 W bifaciales Panel
- MC4-Anschluss (inkl. Adapter auf XT60)
- 24 V Systemspannung
- theoretisch bifacial, praktisch nur eingeschränkt genutzt
- Laderegler (optional / vorbereitet): Victron MPPT 12/24 V
- vorgesehen für einen möglichen Akkubetrieb
- aktuell nicht dauerhaft eingebunden
Aufbau und Besonderheit
Die Verkabelung wurde bewusst nicht direkt ins Haus, sondern zunächst zum Schuppen geführt und von dort wieder zurück. Das klingt umständlich – ist aber Absicht. So lassen sich:
- Ringmessgerät und Einspeisepunkt sauber kombinieren
- „Notstromsteckdosen“ im Schuppen realisieren
- Verbraucher im Haus trotzdem direkt versorgen
Die ursprüngliche Idee war klar anders gedacht, hat sich aber in der Praxis als erstaunlich flexibel erwiesen.
Realistische Einschränkungen und Erkenntnisse
- Der Strombedarf meiner Mutter ist gering
- Die Verschattung durch Nachbargebäude ist deutlich spürbar
- Das bifaciale Panel kann kaum sinnvoll von der Rückseite profitieren
- Maximale Leistung ist nicht erreichbar
- Lastanpassung ist wichtiger als Peak-Leistung
- Kleine Anlagen profitieren enorm von Akkus
- Theorie (bifacial, Nennleistung) ≠ Praxis
- Flexibilität im Aufbau ist wertvoller als perfekte Planung
Fazit: Diese Anlage markiert damit für mich den vorläufigen Höhepunkt meiner Experimente mit Solar- und Akkusystemen – angefangen bei mobilen Lösungen wie einem AC50s bis hin zu einer fest integrierten, netzgekoppelten Struktur. Sie ist nicht optimal, nicht maximal effizient und nicht final. Aber sie funktioniert, ist verstanden und kann jederzeit weitergedacht oder umgezogen werden. Und genau dafür war sie gedacht.



